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Per Rad und per pedes durch Südtirol

Slow Bike durch das Eisacktal – vom Brenner bis nach Klausen und anschließend unterwegs auf den Waalwegen in Lana – wo Wasser, Landschaft und Geschichte aufeinandertreffen.

Mit dem Rad vom Brenner nach Klausen

Die Brennerradroute zählt zu den schönsten Radwegen Südtirols. Auf insgesamt 96 km führt sie vom Brennerpass nahezu durchgehend leicht bergab durch das Eisacktal bis nach Bozen und verbindet beeindruckende Natur mit kulturellen Höhepunkten.

„Slow Bike“ ist hier die Devise, denn wer langsamer radelt, hat mehr von der Tour. Auf ehemaligen Bahntrassen und durch historische Orte erleben Radfahrer so eine abwechslungsreiche Strecke, die für Genussradler als auch für Familien bestens geeignet ist.

Nach dem Start am Brenner verläuft die Strecke zunächst durch das Wipptal über Gossensaß und Sterzing. Vorbei an der Festung Franzensfeste, dem Vahrner See und dem Kloster Neustift erreicht man die Bischofsstadt Brixen. Hier öffnet sich noch einmal das Tal, bevor sich die Strecke südwärts durch die charakteristische Landschaft des Eisacktals schlängelt.

Zwischen Brixen und Klausen begleitet der Radweg den Eisack durch Weinberge, Obstgärten und sonnige Hänge. Schon von weitem fällt der Blick auf den Säbener Berg, der wie ein Wahrzeichen über Klausen wacht und die Ankunft im historischen Künstlerstädtchen ankündigt.

Ein besonderer Höhepunkt ist die Einfahrt in die Altstadt von Klausen. Enge Gassen, mittelalterliche Fassaden und ein einzigartiges historisches Ambiente machen den Ort zu einem idealen Etappenziel. Eigens angebrachte Tafeln und Schneckensymbole mit Geschwindigkeitsbegrenzungen erinnern daran, dass das Tempo der Stadt auf „Slow Bike“ ausgerichtet ist. Weniger Geschwindigkeit bedeutet mehr Erlebnis und Genuss. Zahlreiche Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte laden genau dazu ein, die Radtour entspannt ausklingen zu lassen.

Waalwege in Lana

Zwischen Obstwiesen, Rebhängen und Kastanienhainen ziehen sich die Waalwege wie leise Linien durch die Region Lana. Sie erzählen von einer Zeit, in der Wasser nicht selbstverständlich war, und von einem System, das bis heute funktioniert. Ab dem Mittelalter legten die Bewohner einfache, aber äußerst wirkungsvolle Bewässerungsanlagen für ihre Obstwiesen und Weingärten an, um Wasser vom Berg in die trockenen Täler zu leiten. Die schmalen Pfade entlang der Kanäle dienten einst der Wartung - heute sind sie ein Stück gelebter Kulturgeschichte und ein beliebter Weg für Spaziergänger, Wanderer und Gäste, die die Region zu Fuß entdecken möchten.

Wer heute auf den Waalwegen unterwegs ist, erlebt eine besondere Mischung aus Natur und Kulturlandschaft. Die Pfade führen durch Waldstücke, entlang von Weingärten, durch Obstplantagen und über Abschnitte mit Kastanienbäumen. Immer wieder öffnen sich dabei, manchmal überraschend, weite Blicke über das Etschtal.