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Sa25052013

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Weine aus der Slowakei?

Da erscheint oftmals ein fragender Blick. Im Gegensatz zu Westeuropa, kämpfen osteuropäische Winzer noch gegen Vorurteile und versuchen sich auf dem Markt zu etablieren. Dass slowakische Weingüter durchaus Qualitätstropfen hervorbringen, erklärt im Interview Rastislav Šuták, Sommelier des Fünf-Sterne-Hotels Kempinski River Park in Bratislava.

Rastislav Šuták wurde in seiner Zunft in der Slowakei mit der Trophée Hubert ausgezeichnet. Er setzte sich in fünf Disziplinen gegen 23 Konkurrenten durch und qualifizierte sich damit auch für die Europäischen Sommeliers-Meisterschaften 2013. Ein schöner Anlass mehr über die slowakische Weinkultur in Erfahrung zu bringen. Rastislav Šuták teilte uns sein Wissen über lokale Spitzenweine und sehenswerte Kellereien mit.


Herr Šuták, beim Stichwort Slowakei fällt selbst Weinexperten oft nicht viel ein. Ist denn Weinanbau hier recht neu?
„Unsere Weine gelten noch als absoluter Geheimtipp. Aber Weinbau in der Slowakei ist älter als es den Anschein hat. Schon vor 2000 Jahren kümmerten sich unsere Vorfahren unter den Römern um Rebstöcke und im Mittelalter erstreckten sich die Weinanbaugebiete in dieser Region über sage und schreibe 60.000 Hektar.“

Wie würden Sie den typischen slowakischen Wein beschreiben?
Šuták: „Unsere Region gehört zu den nördlichsten Anbaugebieten in Europa. Die slowakischen Weine sind geprägt von den moderaten Temperaturen und viel Feuchtigkeit. Sie haben ein fruchtiges und blumiges Aroma, sind gleichzeitig frisch im Geschmack und mit einer delikaten Säure. Die fruchtbare Bodenbeschaffenheit sorgt zudem für einen vollmundigen Abgang.“

Haben Sie einen Tipp für ein Weingut das man unbedingt besuchen sollte?
Šuták: „In Modra an der Kleinkarpatischen Weinstraße steht das Weingut Elesko mit einem vorzüglichen Restaurant und der sehenswerten Warhol-Galerie Besuchern offen. In Trnava, einem weiteren idyllischen Ort unweit von Bratislava, können Gäste den vielleicht besten slowakischen Winzerbetrieb Mrva & Stanko besichtigen.“

Wann ist die beste Reisezeit um die lokale Weinkultur kennen zu lernen?
Šuták: “Frühsommer oder Herbst sind ideal für Weinreisen in die Slowakei. Die Saison fängt im September mit der Weinlese an. Das ist eine gute Zeit um Burciak, jungen Wein, der dem Federweißen ähnelt, zu probieren. Höhepunkte des Weinjahres an der Kleinkarpatischen Weinstraße sind das „Fest des geöffneten Weinkellers, St. Urbana“ dieses Jahr am 26. Mai 2012 in Modra, sowie der „Tag der offenem Weinkellertür“ Anfang November. Hunderte der örtlichen Kellereien öffnen dann ihre Türen, laden zur Weinprobe und geben einen Einblick in die Geheimnisse der Weinherstellung.“

Welche Weine servieren Sie im River Bank Restaurant des Kempinski Hotel River Park, Bratislava?
Šuták: „Wir bieten ausgesuchte europäische Tropfen an, sowie einige interessante Weine aus der neuen Welt. Großen Raum bekommen natürlich die slowakischen Produkte und wir versuchen immer zuerst einen slowakischen Wein zu empfehlen, wenn es zum Menü passt. Wir leisten sozusagen Pionierarbeit. Beliefert werden wir zum Beispiel vom Weingut Mrva & Stanko. Unsere Weißweinempfehlung kommt vom Weingut Elesko, eine fruchtige Kreation aus Chardonnay und Pinot Gris, Jahrgang 2009. Die angesehene Karpatská Kellerei liefert unsere Rotweinempfehlung, nämlich eine reizvolle Zusammenstellung von Cabernet und Merlot, ebenfalls aus dem Jahr 2009.“

Wie sind Sie eigentlich zum Beruf des Sommeliers gekommen?
Šuták: „Als ich 1990 anfing in der Gastronomie zu arbeiten, war es sehr schwer einen qualitativ hochwertigen slowakischen Wein zu finden. Die ersten Gesetze zum Weinanbau wurden in der Slowakei erst 1997 erlassen. Mein Interesse war geweckt als hierzulande immer mehr Weingüter entstanden. Da habe ich eine Leidenschaft für Wein entwickelt, die zunächst mit dem Internationalen Sommelier-Zertifikat im Jahr 2001 belohnt und nun mit der Trophée Hubert gekrönt wurde. Die Welt der Weine ist so vielfältig. Ich stelle jeden Tag fest, dass ich erst am Anfang bin diese Welt zu entdecken.“

Herr Šuták, vielen Dank für das Interview.

Info: www.kempinski.com/bratislava