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Sa19052012

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„Wenn der Ball weiter fliegt als die Erde, …

… dann fängt Golf an Spaß zu machen.“ Diese Worte stammen aus dem Mund von Douglas Nikoll. Der Schotte ist gemeinsam mit Christian Vine PGA Golf-Pro (Trainer) im Golfclub Kaiserwinkl Golf Kössen in Tirol,  der einen dreitägigen Platzreifekurs (Führerschein für Golfanfänger) anbietet. Gewohnt wird in dieser Zeit im Vier Sterne Partnerhotel Fitness & Spa Ressort Alpina – dem Körper zuliebe. Unser Redakteur Helmut Zauner hat sich den Platzreifekurs und das Hotel näher angesehen.

„In drei Tagen können wir Euch nicht das Golf spielen beibringen. Aber wir können Euch soviel Spaß an diesem Sport vermitteln, dass ihr Blut leckt“ holt uns Douglas gleich auf den Boden der Realität zurück. Wir: Das sind eine Handvoll Anfänger, die noch nie einen Schläger in der Hand hielten, aber bereits von einer Runde am Fuße des Wilden Kaisers gelegenen Golfplatz träumten. Bis es endlich soweit war, musste aber noch Grundlegendes erledigt werden: welcher Schläger für welche Spielsituation, richtiger Schlägergriff, richtige Körperhaltung, welche Regeln müssen beachtet werden und wie benimmt man sich am und neben dem Fairway.

Golfen oder der Krampf in meiner Hand

Nach einer halbstündigen Einweisung geht es auf die Driving Range, jener Ort, an dem man lernt den Golfball zu treffen. Jetzt muss die Theorie nur mehr in die Praxis umgesetzt werden. Also ran an die Golfbälle. Und das geht so: Die Finger der linken Hand um den Schläger schlingen und die linke Hand so auf den Schläger legen, dass der kleine Finger der rechten Hand zwischen dem linken Mittelfinger und dem linken Zeigefinger liegt und die rechte Hand den linken Daumen einschließt. „Und morgen zeigen wir Ihnen die Auflösung des Knoten“ hört man eine Stimme aus dem Hintergrund. Als dies einigermaßen geschafft war, ging es an die richtige Körperhaltung. Beine schulterbreit auseinander, leicht in die Knie, das Gewicht auf den Ballen, den Blick stur auf den Feind – sorry – den Ball gerichtet. So, und jetzt geht es ans Eingemachte: dem Schwung.

Ein Golfleben zwischen Frust und Erfolg

Da liegt das Objekt der Begierde – der Ball. Es gilt, ihn so weit wie möglich zu schlagen. Also Schläger nach hinten schwingen. Es soll sich aber nur der Oberkörper drehen. Danach durchschwingen, den Ball treffen und so ausschwingen, dass die Gürtelschnalle in Richtung Fahne = Ziel zeigt. Man glaubt es kaum der Ball fliegt und fliegt und fliegt. An die 100 m. Da kommt Freude auf. Wer sagt den, dass Golfen schwer ist. Das macht richtig Spaß, ich bin ja doch ein Naturtalent! Zweiter Versuch: Ausholbewegung, Schwung, der Ball rollt von der Abschlagmatte gerade 10 m weit. Was ist denn da passiert? Sicher ein einmaliger Ausrutscher! Leider nein. Die nächsten Versuche sind um nichts besser. Das gibt es doch nicht. Der Pro sieht so viele Fehler in der Körperhaltung, dass nun überhaupt nichts mehr gelingt. Frust macht sich breit. Und auf einmal drei Treffer hintereinander. Ja, sogar über den Schutzzaun zum angrenzenden Wald - das motiviert. Ich will mehr! Doch was mehr wurde waren die Blasen am Daumen. Die erste Investition: ein Golfer-Handschuh. Ja richtig gelesen: ein Stück, nicht ein Paar. Meine Frau fragte mich zu Hause verwundert, ob ich den Zweiten bereits verloren habe. Jedenfalls waren mit dem halben Paar die nächsten geplanten Tage und meine Golferzukunft medizinisch gerettet.

Am Grün entscheidet sich das Spiel

Nach den ersten (Miss-) Erfolgen auf der Driving Range geht es auf’s Grün. Zunächst zum Pitchen und Chippen. Damit soll aus kurzer Entfernung der Ball im hohen Bogen auf das Grün, idealer Weise in die Nähe zur Fahne, geschlagen werden. Leichter gesagt als getan. Endlich treffe ich die Bälle. Sie sind aber ideal für die Driving Range. Flach und viel zu weit. Auch hier stellen sich nach einiger Zeit die ersten Erfolgserlebnisse ein. Im Eiltempo schnell weiter zum Chippen und Putten. Hier wird das Annähern von knapp außerhalb des Grüns und das Einlochen auf dem Grün erlernt und geübt.  Hier kommt es vor allem auf Gefühl und Geduld an. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten entpuppt sich das Putten zu meinem Lieblingsspiel. Anscheinend habe ich doch einige verborgene Talente für das Golfspiel.

Etikette und Regeln

Golfspielen ist, einen Ball durch einen Schlag oder aufeinander folgende Schläge in Übereinstimmung mit den Regeln, vom Abschlag bis ins Loch zu spielen. So die offizielle Definition. Dass dabei Spiel- und Benimmvorschriften einzuhalten sind versteht sich von selbst - aus Sicherheitsgründen. Der Geschwindigkeitsrekord eines geschlagenen Golfballes liegt bei ca. 300 Stundenkilometer. Wenn man (frau) davon am Kopf getroffen wird, liegt die Überlebenschance unter zehn Prozent. Daher gibt es bei der Platzreifeprüfung auch einen theoretischen Teil. Dabei müssen 9 von 12 Etikettenfragen und 14 von 20 Regelfragen richtig beantwortet werden. Und da sind einige Knifflige dabei, kann ich sagen. Da ist sogar die gesamte Gruppe geschlossen daneben gelegen.

Der Tag der Entscheidung

Am vierten Tag war es dann soweit: Der praktische Prüfungsteil. Nachdem am Vortag (regulärer dritter Tag) der Platz wegen sintflutartiger Regenfälle nicht bespielbar war, konnten nun fünf Löcher mit Pro Christian Vine gespielt werden. Es war ein wunderschöner Morgen. Sonnenschein, feuchte, sattgrüne Wiesen, herrliche Ruhe - eine wunderschöne Gegend. Bei diesem Anblick versteht man die Faszination Golf,;darauf kann man süchtig werden – sofern man den Morgen liebt. Was aber nicht bedeutet, dass Golf nur am Morgen schön ist. Durch den Schlechtwettereinbruch sind vom Kurs nur mehr drei Teilnehmer (die beiden deutschen Kollegen Hans-Jörg und Johannes sowie meine Wenigkeit) übrig geblieben. Nochmals kurzes Einschlagen auf der Driving Range mit kurzen Anweisungen vom Pro. Danach geht’s endlich zum ersten Tee (Abschlag). Dem Alphabet entsprechend bin ich als letzter dran. Meine beiden Kontrahenten – pardon Flightpartner (man spielt ja gegen den Platz und nicht unbedingt gegen den Mitspieler) hatten einige Anlaufschwierigkeiten. Mit nur sechs Schlägen (Könner schaffen es mit vier oder weniger) landet der Ball im Loch. Gemäß meinem Handicap als Anfänger darf ich bei jedem Loch drei Schläge mehr brauchen. Ich bin begeistert. Aber beim nächsten Loch macht mir gerade meine vermeintliche „Stärke“ zu schaffen – das Putten. Ich nutze das Grün voll aus und versenke nach etlichen Fehlversuchen den Ball mit der Maximalanzahl an Schlägen (6 bei Par 3) im Loch. Auch auf den folgenden Bahnen hatte ich beim Putten die Seuche am Schläger. Meine Flightpartner steigerten sich jedoch und liefen zu ihrer persönlichen Höchstform auf. Typisch Germanen: Sie kämpfen bis zum Schluss.
Letztendlich war es aber geschafft und wir alle hielten das begehrte Dokument der Platzreife in unseren Händen. Handicap -54 – die ultimative Berechtigung um sich einen Golfplatz zu suchen. Und schon werden weitere Ziele gesteckt um sein Handicap sukzessive zu verbessern:  -45 zur Erlangung der Turnierreife und -36 für die Spielberechtigung auf allen Plätzen dieser Welt. Ja, aber nur wenn der Ball weiter fliegt als die Erde.

Erholung notwendig

Wer glaubt, dass Golf ausschließlich ein Sport für Pensionisten ist, irrt gewaltig. Vor allem mit untrainierten Körpern kann das richtig zur Qual werden. Nach dem ersten Tag des Platzreifekurses war ich froh in einem Wellness & Spa Ressort untergebracht zu sein. Von links unten bis rechts oben schmerzte der Körper. Es ist unglaublich, wie viele neue Muskeln bisher unbemerkt im eigenen Körper vorhanden waren. Gemeinsam mit den bekannten Muskelpartien kann man diese nach dem Golfplatz im Partnerhotel Alpina Kössen durch Massagen, Sauna, Schwimmbad und viel gutem Essen wieder auf Vordermann bringen. Die gemütlichen Zimmer und Suiten sowie die reichhaltigen Freizeiteinrichtungen lassen auch die Zeit zwischen den Lektionen kurzweilig werden. Übrigens: Gäste des Alpina erhalten 25 Prozent Ermäßigung auf Kurs- und Platzgebühren. Besondere Arrangements gibt es für Familien: Platzreifekurse für die Eltern und Kinder zu besonders günstigen Preisen.

Wellness & Spa Resort Hotel Alpina

Familie Gruber
Ausserkapelle 2
A-6345 Kössen in Tirol

T: +43 5375 2146
F: +43 5375 6853
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Fotos: Wagner, Resch